Welche Aufgaben übernimmt ein rechtlicher Betreuer?
Rechtliche Betreuer übernehmen beispielsweise:
- die Kontoführung,
- überweisen Rechnungen,
- beantragen Pflegeleistungen und
- kommunizieren mit Behörden.
Was gehört nicht zu den Aufgaben?
Zu den Aufgaben dieses Ehrenamts im Homeoffice gehört weder die Pflege noch die Haushaltsführung. Natürlich ist es immer möglich, sozialen Kontakt zu pflegen, zum Beispiel bei einem Café oder einem Spaziergang.
Welche Fähigkeiten und Eigenschaften braucht ein rechtlicher Betreuer?
Ein rechtlicher Betreuer benötigt Empathie und soziale Kompetenz. Er sollte sich in die Lage der betreuten Person hineinversetzen und auf Augenhöhe mit ihr kommunizieren können. Ein starkes Verantwortungsgefühl und Zuverlässigkeit sind ebenfalls wichtig, damit der Betreuer seine Aufgaben gewissenhaft und zuverlässig erfüllt. Zudem sollte der Betreuer in der Lage sein, alle relevanten Dokumente und Informationen sorgfältig zu verwalten und zu dokumentieren, was eine sorgfältige Aktenführung erfordert. Digitale Kompetenz erleichtert die Verwaltung erheblich.
Wieviel Zeitaufwand muss man in der Woche einplanen?
1-2 Stunden pro Woche genügen im Normalfall.
Gibt es rechtliche Voraussetzungen?
Ja. Der Gesetzgeber verlangt ein erweitertes Führungszeugnis und einen Auszug aus dem Vollstreckungsportal. Beides darf nicht älter als 3 Monate sein. Das Vollstreckungsportal ist eine Online-Plattform, auf der Informationen über Schuldner gespeichert sind. Wenn jemand Schulden hat und nicht zahlt, können das Gläubiger oder Behörden dort nachsehen. Der Diakonieverein Rastatt e.V. hilft gerne bei der Registrierung im Vollstreckungsportal.
Sind rechtliche Betreuer versichert?
In Baden-Württemberg gibt es eine Sammelhaftpflichtversicherung für ehrenamtliche Betreuer, bei der das Land die Versicherungsprämie übernimmt. Diese Versicherung beginnt automatisch mit der Bestellung des Betreuers und deckt Schäden ab, die durch ehrenamtliche Tätigkeiten verursacht werden. Zusätzlich gibt es eine Unfallversicherung. Sie umfasst alle Betreuungstätigkeiten, wie zum Beispiel Besuche bei der betreuten Person oder den Weg zur Bank für Überweisungen. Auch die Teilnahme an Schulungen und Beratungen ist abgedeckt.
Wie lange dauert eine rechtliche Betreuung?
Die Betreuung beginnt offiziell mit der gerichtlichen Bestellung, also dem Datum des Beschlusses, und endet entweder mit der Aufhebung, der Abgabe der Betreuung oder mit dem Tod des Betreuten.
Kann ein rechtlicher Betreuer in den Urlaub fahren?
Natürlich. Der Diakonieverein Rastatt e.V. übernimmt bei Bedarf die Vertretung.
Welche Vorteile hat man als ehrenamtlicher rechtlicher Betreuer?
Ehrenamtliche Betreuung hilft Menschen, sich persönlich weiterzuentwickeln und ihre emotionalen, sozialen und fachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Man kann kostenlose Kurse zu rechtlichen, sozialen und medizinischen Themen besuchen, die diese Entwicklung unterstützen und neue soziale Kontakte ermöglichen. Ehrenamtliche Arbeit stärkt auch die psychische und physische Gesundheit und gibt einem das Gefühl von Erfüllung und Sinn.
Welche Vorteile hat der Betroffene?
Die betreute Person hat einen Ansprechpartner, der nur für sie da ist. Im Gegensatz zu einem Berufsbetreuer, der für viele Klienten da ist und daher weniger Zeit für den Einzelnen hat. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit.
Wer unterstützt die ehrenamtlichen rechtlichen Betreuer?
Der Diakonieverein Rastatt e.V. berät und begleitet während der gesamten Betreuungszeit.
Wie wird man rechtlicher Betreuer?
Schreiben Sie eine E-Mail oder rufen Sie uns an – wir machen einen unverbindlichen Beratungstermin aus. Im Gespräch klären wir die Eckdaten (wer, ab wann, wo). Wenn Sie sich für die Übernahme einer rechtlichen Betreuung entscheiden, begleiten wir Sie zum Erstgespräch mit dem Betroffenen und unterstützen Sie bei allen Formalitäten.